
Ehlen. Der ehemalige Standortübungsplatz bei Ehlen ist jetzt das zweite Nationale Naturerbe in Hessen.
„Das ist ein wichtiger Meilenstein für den Naturschutz,“ sagte Hartmut Mai, Vorsitzender der Nabu-Stiftung Hessisches Naturerbe, gestern.
Mit dem „besonderen Kleinod“ übernehme man auch eine „große Verantwortung“, sagte Mai. Die Stiftung habe besonders die Erhaltung der Artenvielfalt im Blick. „Und auch für Ruhesuchende soll die Hute am Seilerberg erhalten bleiben.“ Ein entsprechendes Konzept solle noch entwickelt werden - gemeinsam mit der Gemeinde Habichtswald und den Bürgern. Die sollen im Winter bei einer Info-Veranstaltung einbezogen werden.
Die Fläche am Seilerberg sei „ein Glücksfall für den Naturschutz“, sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz. In Hessen gebe es wenige solcher einzigartigen Flächen. Borstgrasdrasen und magere Flachland-Mähwiesen seien selten geworden, sagte Dr. Elsa Nickel, Abteilungsleiterin im Bundesumweltministerium. Langfristig soll die Fläche als Huteweide und Mähwiese genutzt werden, und Tieren wie Kammmolch und Neuntöter, aber auch seltenen Pflanzen eine Heimat sein.
Man werde sich auf eine Art und Weise kümmern, die dem Naturschutz dient, sagte Gerhard Eppler, Vorsitzender des Nabu Landesverbandes Hessen. Rund 200.000 Euro würden in den kommenden Jahren für Dienstleistungen rund um die Pflege des besonderen Gebiets aufgebracht, sagte Hartmut Mai. Neidhard Heinemann, Erster Beigeordneter der Gemeinde Habichtswald, freute sich, dass dem Gelände eine besondere Rolle im Naturschutz zugewiesen wird.
Nach langen Verhandlungen schenkte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben jetzt die Fläche an die Nabu-Stiftung. Die hatte sich darum lange bemüht. Mit dem Bundesforst wird sich die Stiftung um die Pflege kümmern.